SrOnlyNavigation

Was der Mittelstand im Zeichen der sozial-ökologischen Marktwirtschaft braucht

Datum 11.04.2022

Round Table Mittelstand: Unternehmen engagieren sich bereits für den Klimaschutz.

IfM
© IfM

"Wir wollen gemeinsam mit dem Mittelstand das Ziel der Klimaneutralität erreichen. Dafür arbeiten wir. Wir werden es Unternehmen erleichtern, eigenen erneuerbaren Strom zu nutzen. Das senkt ihre Kosten und hilft dabei, das Ziel von 80 Prozent Erneuerbaren in 2030 zu erreichen. Auch den Bereich der Fachkräftesicherung nehmen wir verstärkt in den Blick. Um klimafreundliche und nachhaltige Technologien einzusetzen, brauchen wir qualifizierte Fachleute im Mittelstand", mit diesen Worten eröffnete Michael Kellner, Parlamentarischer Staatssekretär und Beauftragter der Bundesregierung für den Mittelstand, den Round Table am 29. März 2022 zum Thema Mittelstand in Berlin.

40 Vertreter und Vertreterinnen von wissenschaftlichen Instituten, Wirtschaftsverbänden, von der KfW Bankengruppe sowie seitens des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) und des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen diskutierten über "Mittelstandspolitik im Zeichen der sozial-öklogischen Marktwirtschaft".

Nach Ansicht von Prof. Dr. Friederike Welter (IfM Bonn/Universität Siegen) sind bei der Weiterentwicklung der sozialen Marktwirtschaft zu einer sozial-ökologischen Marktwirtschaft drei grundlegende Schritte aus Sicht des Mittelstands notwendig: "Die Politik muss verbindliche Rahmenbedingungen festlegen, sie sollte den direkten Dialog zu den mittelständischen Unternehmen suchen und die Mittelstandspolitik insgesamt als Querschnittspolitik sehen. Konkret bedeutet dies: Alle beteiligten Ministerien müssen bei Gesetzesinitiativen die Auswirkungen der Vorgaben auf die mittelständischen Unternehmen im Auge behalten, um unnötige Belastungen zu vermeiden.“

Schließlich leistet der Mittelstand nach Untersuchungen von Dr. Susanne Schlepphorst (IfM Bonn) neben seiner wirtschaftlichen Tätigkeit auch auf vielfältige Weise einen gesellschaftlichen Beitrag – und trägt somit zur Zukunftsfähigkeit und Krisenfestigkeit von Regionen bei. Ein erheblicher Teil des Beitrags wird aber nicht allein von den Unternehmen generiert, sondern entsteht im Zusammenspiel mit anderen Akteuren in den Regionen. Die Vernetzung in der regionalen Gemeinschaft als auch die gemeinsame regionale Identität spielen eine große Rolle bei dieser gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Wertschöpfung.

Schon heute leisten die mittelständischen Unternehmen nach Aussagen von Dr. Michael Schwartz (KfW Research) einen wichtigen Beitrag zum Ziel der Klimaneutralität bis 2045: "In 2020 investierten rund 12 % aller mittelständischen Unternehmen insgesamt 22 Milliarden Euro in Vorhaben, die dem Klimaschutz dienen. Jeder zehnte Euro, den der Mittelstand im Jahr 2020 investiert hat, floss somit in Klimaschutzvorhaben.“

Unabhängig von der Gesamthöhe der Investitionen in den Klimaschutz, achten mittelständische Unternehmen auch verstärkt auf die CO2-Reduktion der eigenen Prozesse, Dienstleistungen und Produkte und versuchen die Klimaziele nicht nur über Kompensation und externe Reduktion zu erreichen. Dies zeigen laut Prof. Dr. Jörn Block (Universität Trier) erste Ergebnisse einer empirische Befragung von mehr als 300 mittelständischen Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland.

Zum ganzen Artikel:

IfM Bonn