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Der Mittelstand nimmt eine wichtige Rolle bei der Regionalentwicklung ein

Datum 22.05.2022

Direkter Austausch zwischen strukturschwachen und mittelstandsstarken Regionen ist hilfreich.

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Die Studie "Die gesellschaftliche Wertschöpfung des Mittelstands" des Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn kommt zu dem Schluss: Ein direkter Austausch zwischen strukturschwachen und mittelstandsstarken Regionen ist hilfreich.

Während der Corona-Pandemie wirkte der Mittelstand stabilisierend auf die Gesellschaft und die Wirtschaft: Viele mittelständische Unternehmen suchten ihre Beschäftigten trotz ökonomischer Schwierigkeiten zu halten und entwickelten in kürzester Zeit alternative Geschäftsmodelle. Damit trugen die Unternehmen – neben den staatlichen Unterstützungsmaßnahmen – entscheidend dazu bei, dass die Vielfalt des Mittelstands in den Regionen weitestgehend bestehen, die Versorgung der Bevölkerung gesichert und die Arbeitsplätze erhalten blieben.

"Der Mittelstand leistet aber nicht nur in Krisenzeiten einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag, sondern er trägt auch generell zur Zukunftsfähigkeit und Krisenfestigkeit von Regionen bei. Dabei geht sein gesellschaftlicher Beitrag weit über messbare Ergebnisse hinaus“, zeigt Prof. Dr. Friederike Welter (IfM Bonn/Universität Siegen) auf. Gemeinsam mit ihrem Projektteam hat sie den Prozess der gesellschaftlichen Wertschöpfung empirisch am Beispiel von zwei wirtschaftlich gegensätzlichen Regionen in Deutschland untersucht. Dabei stellten sie fest, dass der Mittelstand in beiden Regionen vielfältige gesellschaftliche Beiträge erbringt.

Entsprechend lässt sich der Stellenwert des Mittelstands nicht allein auf betriebs- und volkswirtschaftliche Wirkungen reduzieren, sondern zeigt sich beispielsweise auch in weichen Faktoren, wie der Schaffung von Zukunftsperspektiven und dem Erhalt der Lebensqualität. Allerdings wird der gesellschaftliche Beitrag in den Regionen unterschiedlich wahrgenommen: "In wirtschaftlich gut aufgestellten Regionen richtet sich der Blick stärker auf den Beitrag des Mittelstands, der sich über die reine wirtschaftliche Tätigkeit hinaus ergibt – beispielsweise auf den Erhalt der regionalen Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit. In strukturschwachen Regionen sowie in Regionen, die sich im Strukturwandel befinden, wird der gesellschaftliche Beitrag des Mittelstands hingegen eher gleichgesetzt mit seinen wirtschaftlichen Beiträgen, wie der Schaffung und Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen“, berichtet die IfM-Präsidentin.

Gleichwohl generieren die mittelständischen Unternehmen den gesellschaftlichen Beitrag nicht allein. Dieser entsteht vielmehr im Zusammenwirken mit anderen Akteuren aus der Region wie der Kommunalpolitik, Kreditinstitute oder soziale Initiativen. Die örtlichen Herausforderungen und regionalpolitischen Ziele entscheiden darüber, wer die treibende Kraft in diesem Zusammenwirken ist. "Um strukturschwache Regionen zu stärken, empfiehlt es sich aus unserer Sicht, diese in Kontakt zu mittelstandsstarken Regionen zu bringen. Auf diese Weise können sie neue Impulse für die vielfältigen Rollen und Beiträge des Mittelstands erhalten – und selbst Wege finden, sich entsprechend weiterzuentwickeln“, so Prof. Dr. Friederike Welter.

Zur Studie "Die gesellschaftliche Wertschöpfung des Mittelstands" (PDF-Download)