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KfW Research: Mit dem Alter des Firmeninhabers sinkt die Investitionsneigung

Datum 25.11.2021

Ein hohes Durchschnittsalter drückt die Investitionsfreude.

KfW Bankd aus Verantwortung

Deutschlands Unternehmen investieren seit Jahren zu wenig, dies gilt im Besonderen für den Mittelstand. Die Corona-Krise hat den bereits länger sichtbaren Trend einer strukturellen Investitionsschwäche der kleinen und mittleren Unternehmen nun noch einmal verstärkt: Ihre Neuinvestitionen gingen 2020 um ca. 14 Mrd. EUR bzw. 7 % auf insgesamt 173 Mrd. EUR zurück, wie das repräsentative KfW-Mittelstandspanel zeigt.

Welche Gründe die mittelständischen Firmen für ihre Investitionszurückhaltung nennen, hat KfW Research in einer neuen Studie analysiert. Blickt man im Detail auf die Reihenfolge der Rahmenbedingungen für Investitionsentscheidungen im Mittelstand, so spielt das im Unternehmen vorhandene finanzielle Polster für 54 % aller mittelständischen Firmen eine Rolle. An zweiter Stelle folgen bereits die Erfahrungswerte der Inhabenden (36 %). Die Investitionsbereitschaft im Mittelstand ist folglich oft weniger stark durch die Einbettung in ein strategisches Gesamtkonzept gekennzeichnet, sondern generell erheblich an die Person des Unternehmensinhabers gekoppelt.

Nur noch 36 % der Inhaber über 60 Jahren investieren in das eigene Unternehmen

Gravierend wirkt sich hier der demografische Wandel aus, mit messbaren negativen Folgen für die Investitionstätigkeit: Die Neigung zu investieren sinkt mit dem Alter des Inhabers erheblich. Während im langjährigen Mittel (2004-2020) etwa 57 % der jüngeren Inhaber unter 40 Jahren Investitionen vornehmen, sinkt dieser Anteil bei den älteren Inhabern (über 60 Jahre alt) auf nur noch 36 %. Zudem investieren jüngere Inhaber einen größeren Anteil ihres Gesamtvolumens in Kapazitätserweiterungen (50 % gegenüber 20 %), weisen häufiger positive Nettoinvestitionen (38 % gegenüber 22 %) sowie eine deutlich höhere Investitionsintensität auf (Investitionsvolumen je Beschäftigten von durchschnittlich 9.200 EUR gegenüber 7.600 EUR).

Das Durchschnittsalter eines mittelständischen Inhabers: 52,8 Jahre

Führt man sich dabei den raschen Alterungsprozess vor Augen, den die Inhaberschaft im Mittelstand durchläuft, zeigt sich die steigende Relevanz dieses Aspekts. Aktuell liegt das Durchschnittsalter eines Inhabers im Mittelstand bei 52,8 Jahren. In den letzten zehn Jahren ist dieser Wert um drei Jahre gewachsen, seit 2002 sogar um acht Jahre. Zum damaligen Zeitpunkt waren gerade einmal 20 % der Inhaberschaft 55 Jahre oder älter. Aktuell ist es mit einem Anteil von 50 % bereits jede und jeder Zweite.

Je näher der Zeitpunkt der Unternehmensnachfolge rückt, desto weniger wird noch investiert

In der Paarung mit vergleichsweise hohem Alter der Inhabenden blockiert die Frage nach der Unternehmensnachfolge die Investitionsfreude geradezu. Je näher der Zeitpunkt der geplanten Übergabe bzw. des Verkaufs rückt, desto seltener werden Investitionsprojekte umgesetzt. Stünde eine Nachfolge in den kommenden fünf Jahren an, liegt die Investitionsbereitschaft bei durchschnittlich rund 41 %. Liegt die geplante Nachfolge allerdings mehr als fünf Jahre in der Zukunft, bewegt sich die Investitionsbereitschaft noch bei durchschnittlich 56 % – also deutlich höher. Wie stark sich dies auswirkt, verdeutlicht ein Blick auf die Nachfolgezahlen: Allein 2020 planten rund 260.000 mittelständische Unternehmen, innerhalb von zwei Jahren das Unternehmen zu übergeben oder zu verkaufen.

Zum Download der Studie geht es hier.

Quelle und weitere Informationen: KfW Research