SrOnlyNavigation

DIHK-Report zur Unternehmensgründung 2021

Datum 19.11.2021

Nach schwierigem Corona-Jahr 2020 – Politik sollte wiederkehrende Dynamik durch bessere Rahmenbedingungen stärken.

DIHK
© DIHK

Mit dem DIHK-Report zur Unternehmensgründung 2021 gibt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag e. V. (DIHK) erneut eine Einschätzung zur Nachfolgesituation im deutschen Mittelstand. Die Erfahrungsberichte der rund 350 IHK-Existenzgründungsberaterinnen und -berater aus den 79 Industrie- und Handelskammern (IHKs) und eine statistische Auswertung zum IHK-Gründungsservice bilden die Grundlage für die Aussagen. In diesem Jahr wird der Report durch eine Befragung zu den Auswirkungen und Maßnahmen im Zuge der Corona-Pandemie sowie Empfehlungen an die Politik ergänzt.

Gut ein Drittel gründet im Nebenerwerb

34 Prozent der Teilnehmer an IHK-Gründungsberatungen wollen nebenberuflich in die Selbstständigkeit starten. Auffällig viele IHKs berichten von mehr Beratungen zur nebenerwerblichen Selbstständigkeit als im Vorjahr (22 IHKs). Bereits seit längerem sehen die IHKs eine Zunahme des Interesses an Nebenerwerbsgründungen. Die Corona-Pandemie hat diese Entwicklung bislang noch etwas beschleunigt. Viele Gründer wollen sich z. B. neben ihrer Beschäftigung und aktuellem Kurzarbeitergeldbezug ein zweites Standbein aufbauen.

Mit 23 Prozent wollen fast ein Viertel der Beratenen eine vornehmlich digitale Geschäftsidee umsetzen. Explizit berichten zudem 19 IHKs von einer zunehmenden Anzahl an Gründerinnen und Gründern, die ein vornehmlich digital-basiertes Geschäftsmodell umsetzen wollen. Durch die Pandemie sind neue Bedarfe entstanden, ein Teil der Gründenden hat sich den IHKs zufolge darauf spezialisiert. Beispiele sind Maskenherstellung und -beschaffung oder Apps zur Corona-Sicherheit. Auch Online-Shops und digital unterstützte Lieferdienste wurden 2020 zunehmend gegründet. Aber auch in altbewährten Bereichen wurden neue, digitale Geschäftsmodelle, Infrastrukturen sowie Absatzwege entwickelt. Die IHKs berichten zudem, dass neun Prozent der Beratenen eine regionale oder überregionale Marktneuheit planen. Weiterhin berichten die IHKs von vielen Beratungen zu Gründungen im Gesundheitsbereich, zu Nachhaltigkeitsaspekten (wie etwa erneuerbare Energien) und im Bereich Social Entrepreneurship, bei dem Gründer auf einen Teil des Gewinns zugunsten gemeinwohlorientierter Ziele verzichten.

Was muss am Gründungsstandort Deutschland besser werden? – Bürokratieabbau sowie bessere IT-Infrastruktur gefragt

Gründerinnen und junge Unternehmen schätzen den Gründungsstandort Deutschland gerade mit einem schwachen „Befriedigend“ ein. Sechs Prozent der Befragten beurteilen den hiesigen Gründungsstandort mit „Sehr gut“, 18 Prozent mit „Gut“, 38 Prozent mit „Befriedigend“, 21 Prozent mit „Ausreichend“, 12 Prozent mit „Mangelhaft“ und sechs Prozent sogar mit „Ungenügend“.

Verwaltung als Dienstleistung verstehen

Im Verwaltungsrecht und dessen Anwendung sollte im Rahmen behördlichen Ermessens den Unternehmen vor einer Sanktion zunächst deutlich gemacht werden, wie sie administrative Vorgaben richtig erfüllen. Das wäre gerade bei Unternehmensgründungen und -nachfolgen eine wichtige Erleichterung. Verwaltung sollte mehr als Dienstleistung verstanden werden, um mit entsprechender Kenntnis der Rechtslage zu einer besseren Einhaltung von Vorschriften zu gelangen.

Einfacherer Zugang zu öffentlichen Fördermitteln

38 Prozent der Befragten erwarten einen einfacheren Zugang zu öffentlichen Fördermitteln. Die IHKs erreichen zum Beispiel häufiger Rückmeldungen über schleppende und schwer zugängliche Programme zu Digitalisierungsförderung. Verbesserungspotenziale bieten sich auch bei nebenerwerblichen Gründungen. Sämtliche Programme des Bundes und der Länder sollten auf Zugänglichkeit für Nebenerwerbsgründerinnen und -gründer überprüft werden, dieser Art der Gründung kommt eine wachsende Bedeutung zu.

Bessere IT-Infrastruktur

30 Prozent der Gründerinnen und Gründer fordern eine bessere IT-Infrastruktur, um Digitalisierungsprozesse zu ermöglichen und einen Zugang zu Märkten über die lokale Region hinaus zu erhalten. Gerade die Pandemie hat diesbezügliche Defizite deutlich aufgezeigt.

Zum Download des Reports geht es hier.

Quelle und weitere Informationen: Nachfolgezentrale MV